Lars Lindblad

 

Feldpost des schwedischen Kontingentes bei UNMIL in Liberia

 

Liberia leidet heute an den Folgen eines 25 Jahre dauernden katastrophalen Niederganges: heruntergewirtschaftet und am Boden zerstört durch einen brutalen Teufelskreis von Militärputschen, diktatorischer Herrschaft und Bürgerkriegen. Dabei galt die an natürlichen Ressourcen reiche, ehemals prosperierende "älteste Republik Schwarzafrikas" (1847 von freigelassenen US-Sklaven gegründet) bis in die 1980er Jahre wirtschaftlich als "die Schweiz" Westafrikas. Heute ist Liberia ein ruiniertes Land und steht am Ende der UN-Rangliste der am wenigsten entwickelten Länder. 


Monrovia, Broad Street  in Dezember 2004

 

Die ca. 15.000 Soldatinnen und Soldaten der "United Nations Mission in Liberia" (=UNMIL) erhielten mit UN-Resolution 11509 vom 19 September 2003 vom UN-Sicherheitsrat den Auftrag, die Umsetzung des Accra-Friedensvertrages und den gesamten Friedensprozess im Land zu unterstützen. Zudem sollen sie Beistand  bei humanitärer Hilfe und Menschenrechtsarbeit und die Reform der nationalen Sicherheitsorgane fördern. Nach dem im Accra-Friedensvertrag festgelegten DDRR-Programm ("Disarmament, Demobilisation, Rehabilitation and Reintegration") soll die UNMIL vor allem für die Entwaffnung und Wiedereingliederung der Rebellen in die Gesellschaft sorgen. Die Kinder- und Frauensoldaten sollen dabei besonders unterstützt werden. Das Programm sieht vor, dass die Kämpfer bei Waffenübergabe 150 US-Dollar (von insgesamt 300 US-Dollar) sowie Nahrung erhalten und danach in speziellen Camps ein mehrwöchiges Reintegrationsprogramm unter psychologischer Betreuung durchlaufen.

Das Anfang Dezember 2003 verkündete DDRR-Programm für die geschätzten vierzig bis sechzig Tausend bewaffneten Rebellen im Land lief zunächst nur sehr schleppend an; die logistischen Schwierigkeiten scheinen jedoch seit April 2004 überwunden zu sein. Berichten kirchlicher Mitarbeiter vor Ort zufolge warteten die kriegsmüden Kämpfer seit Monaten darauf, endlich ihre Waffen abgeben zu können.

 

Strassenverkehr ausserhalb von Monrovia, Dez. 2004, UNMIL Fahrzeug zum rechts.


Zur Zeit werden die UN-Blauhelme in Liberia von GenLt Joseph O. Owonibi (Nigeria) geführt, dieser ist der Nachfolger von GenLt Daniel Opande (Kenia).

 

Militär: Ägypten, Äthiopien, Bangladesh, Benin, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, China, Dänemark
           Ecuador, England, El Salvador, Finnland, Frankreich, Gambia, Ghana, Indonesien, Irland, Jordanien
           Kenia, Kroatien, Kyrgystan, Malawi, Malaysia, Mali, Moldavien, Namibia, Nepal, Niger, Nigeria,
           Pakistan, Paraguay, Peru, Philippinien, Polen, Republik Korea, Rumänien, Russland, Schweden,
            Senegal, Serbien & Montenegro, Südafrika, Togo, Tschechien, Urkaine, USA und Zambia.

 

Polizei: Argentinien, Bangladesh, Bosnien & Herzegowina, China, Deutschland, Fiji, Gambia, Chana,
            Jamaika, Jordanien, Kenia, Kyrgystan, Malawi, Namibia, Nepal, Niger, Nigeria, Norwegen, Pakistan,
            Philippinien Polen, Portugal, Russland, Samoa, Senegal, Serbien & Montenegro, Sri Lanka,
            Schweden, Türkei, Uganda, Ukraine, USA, Uruguay, Zambia und Zimbabwe.

 

Der schwedische Beitrag zu UNMIL ist einen toppmodernen mechanisierten Armeeverband, der besteht aus 231 Soldaten und Soldatinnen und ist jetzt in April 2005 das zweitgrößte Auslandskontingent Schwedens. (Das größte ist zur Zeit bei KFOR im Kosovo im Einsatz). Zu den schwedische Kompanien wird zusätzlich durch eine Nachschubeinheit - CSE,= Contingent Support Element - verstärkt. Auch eine schwedische Polizeieinheit ist bei UNMIL im Einsatz.

Der aktuelle schwedische Verband hat die Bezeichnung LA03 und wurde im März 2005 nach Monrovia verlegt. Die Schweden wurden von den Liberianern willkommen geheißen. Uns empfinden keine Bedrohung oder stehen unter einem Feindbild, demnoch kann sich die Lage jederzeit schnell ändern. Die schwedischen Soldaten tragen daher immer Schutzwesten und Waffen und sind sich der Gefahr bewusst.

Das schwedische Kontingent gehört zu einem schwedisch-irländischen Batallion.

Das ist einen QRF, Quick Reaction Force innerhalb die UNMIL-Mission. Der Verband wird also eingesetzt wann es recht  zähe Situationen herrscht, z.B. Auflauf. Da soll man auch in dem ganzen Liberia und in den Nachbarnländern agieren können.

Das schwedisch-irländisches Batallion besteht aus etwa 800 Mann. (Männer und Frauen).

 

 

Der Feldpostbetrieb

 

So wie der Feldpostmeister des österreichische Bundesheeres bzw. die Feldpostbeamten der deutschen Bundeswehr tragen auch die Feldpostler von SWECON entsprechende Abzeichen auf der Uniform.

        
Schwedisches Feldpostemblem        Uniformabzeichen der Schwedischen Feldpost in
                                   Liberia

 

Es arbeiten zwei Personen  im schwedischen Feldpostamt, der  Feldpostmeister  und eine Feldpostkassierin. Die sind Nachfolger zu Jonas Bohman und Kerstin Wigge von LA02 die das Feldpostamt in März 2005 verlassen haben.  Die beide  kennen die Jobs einander so dass sie sich ersetzen können wann einen von ihnen auf Urlaub (home leave) ist. In demselben Lokal arbeitet auch der Zahlmeister und die Feldpostbeamten können im Notfall auch dessen Job übernehmen.
 

Feldpostmeister Jonas Bohman und die Feldpostkassierin Kertin Wigge im Feldpostamt März 2005

 

Textruta: Die Feldpostkassieren lehrt das Briefkästchen im Camp Clara.
Vom Feldpostamt in Camp Clara können die Briefen einen Adressat in Schweden innerhalb fünf Tage erreichen
 

 

       

 

Ungeachtet ob es Briefsendungen oder Geldausausgabe handelt,  so ist das Feldpostamt immer gut besucht, nicht zuletzt während die Perioden wann die Kompanie befindet sich "zu Hause" im Camp Clara. Etwa 25 Kunden pro Tag ist die durchschnittliche Besucherstatistik.

 

Textruta: Wann den Personal auf LA02 braucht Geld ist es am Post wo es ausgeholt ist.. Hier ist es Lars Nilsson der verstärkt seine Kasse und Kerstin Wigge die arbeitet hinter dem Abfertigungstisch.
(Bild aus Webseite der SWEDINT)

Die Soldaten können sein Geld (Gehalt) aus den UN-Konto  im Feldpostamt ein- bzw auszahlen lassen. Die verwenden sich von SEK (Schwedenkronen) und USD (Dollars). Die können Briefe und Päckchen aus Liberia senden. Es gibt bei Feldpostamt eine kleinere Briefmarkensortiment (begrenzter Auswahl). Die können auch Blommogram (Blumensendungen) senden.

 

Sowie Jonas Bohman als Kerstin Wigge haben Erfahrung von Arbeit mit Feldpost auf Balkan. Die Unterschiede sind doch große und sie meinen dass es reichlich von neuen Herausforderungen im Dienst gibt. – Obgleich es einen minderen Verband ist so befinden wir uns wesentlich weiter entfernt und es ist noch eine relative neue Mission, so wir rechnen immer mit unvorgesehenen Ereignisse und neue Situationen, sagt Kerstin Wigge.

 

Den irländischen Teil des Batallions fehlt einen eigenen Feldposttätigkeit. Sie haben es so gelöst dass die Soldaten können irländische Briefmarken am Marketenderei (die Kantine) kaufen und dann geht ihren Briefe gebündelt mit DHL-Kurier zu einen Anschrift in Irland, wovon man die Briefe in den irländischen Briefnetz ausschickt. Die Briefen zu den Irländer geht denselben Weg – den Postgang ist sehr schlecht sagen sie selbst laut Jonas Bohman. Das schwedische Feldpostamt hat ihnen geholfen müssen wenn man an die Weinachtzeit irländische Briefmarken ausverkauft hatten. Es war sehr geschätzt von den irländische Soldaten die schwedisches Feldpostamt für seine Weihnachtskarten zu Irland verwenden.

 

Unten gebe ich einige Beispiele von Versendungen die ich erhielt habe.

 

 

Die Postkarte kam am 29 Nov. Nach Akersberga war 2004-11-24 abgestempelt.
Feldpoststempel: FPO SWEBN – POSTEN.

 

 

Militärbrief M10 abgestempelt 2004-12-27  Akersberga 29 Dez. an. Den Brief hat also nur zwei Tagen von Afrika bis Schweden gedauert. Einen sehr schnellen Postgang.

Antwortbrief nach der Feldpostamt in Liberia Anschrift Flughafen Stockholm-Arlanda statt Malmö Utrikes. Den Brief von Akersberga kam am 3 Februar in Monrovia an.

 

Außer die Post hat der Verband außerordentliche Ressourcen für Kommunikation via Internet, Fax und Satellitvernsprecher, aber die Feldpost ist einen geschätzte Dienst am Verband und alle kennen die zwei Postbeamter und wissen wohl was von ihnen erwartet ist.

 

Die Soldaten bekommen 5 Militärbriefen und 20 Freemail Briefe pro Monat und die Antwortmarke ist immer begehrt, so dass die zu Hause in Schweden Sachen herunter schicken können. Für Pappschachteln mit vorausgebezahltem Porto müssen die Soldaten selbst aufkommen. Jedes Porto bis für 100 g geht als Innenlands Brief A-post, und alles darüber wird Auslandsporto. Wenn Briefe übersteigend 100 g nicht mit Auslandsporto frankiert sind, gehen sie mit der langsamer ”militäre Unterhaltungswege”. Sämtliche Pakete gehen mit den Versorgungstransporten des Verbandes in beide Richtungen. Öfters gehen sie in Anschluss mit Rotationen (Tausch von Soldaten in derselben Stellung), aber mit da wechselnder Regelmäßigkeit.

 



Freemail Aerogramme via das schwedische Postsystem. Ankunft  2005-01-21. Normalerweise sollten die Freemail Briefe via UNO Postamt in New York gehen, aber dieses wurde sicherlich mehr Zeit nehmen, darum hat die Post diese Entscheidung genommen die Freemail Briefe mit Porto Bezahlt (Port payé) Stempel und direkt nach Schweden schicken.

 

Militärpostkarte am 22.02.2005 von Liberia abgesent, Ankunft 25.02.2005
Stempelschrift FPO = Field Post Office, SWEBN = Swedish Battallion, POSTEN = DIE POST

 

Das Feldpostamt hat einen einigermaßen eben Gang auf seinen Briefsäcken zu und von Schweden. Es nimmt einen Tag ab und zwei Tage zu Schweden, welche annehmbar ist weil man so nahe der Äquator ist. Manchmal wird es etwas länger Lieferzeit nehmen, aber öfters hat man dann Kontrolle über was passiert ist. Die Sacke werden von  Stockholm-Arlanda Diensttags und samstags geschickt, und via Brüssel, für Umladung. Denselben Weg zurück. Wenn das Postamt eigenen Unterhaltungstransporten verwendet so geht all Post direkt zu Västeras, und via Uppsala Paketterminal  zu Arlanda PTM. Die Pakete gehen via Malmö Paketterminal auf zu Uppsala, um dann in den militäre Nachschubsystem einkommen.

 

Beutelfahne für Einschreibe-Briefe von Arlanda nach Monrovia

Beutelfahne für Pakete von Monrovia nach Malmö Utrikes Paketterminal mit militäre Nachschubflug.

 

Wann das Postpersonal die Postbeuteln abholen soll, so müssen sie nach Roberts International Airport  fahren 1,5 Stunde außer Monrovia. Die fahren oftmals selbst und sollen dann im Regel auch Passagiere mitnehmen, und dann pflegt auch die Reisebefehl mitkommen. Sie pflegt auch die Postsacken abholen, so dass die Postpersonal nicht immer nach Flughafen fahren müssen. Das schwedische Personal darf die Säcke von einem liberianischen Postbeamten quittieren. Diese Verfahren klappt sehr gut laut der Feldpostchef.

 

Wann die Postpersonal Post nach Schweden schicken wollen, pflegen sie nach einem Postamt in Monrovia mit dem Postbeutel fahren und es dort abgeben. Dann werden diejenigen so arrangieren dass die Beutel mit dem Flugzeug nach Brüssel kommen. Für dieses bezahlt Schweden einen Transitgebühr jeder Monat zum Post- och Telekommunikationsministerium.

Es kommt vor dass die Soldaten wollen Briefe mit liberianischer Post schicken. Das geht auch, Porto ist USD 1.- und Lieferzeit 11-14 Tage nach Schweden. Postgebühr muss in Bargeld bezahlt werden. Die Feldpostpersonal sind auch den Soldaten damit behilflich. Unten ist einen Beispiel.

 

 

Die Poststempeln die am Feldpostamt verwendet sind, sind die gewöhnliche, einen für Briefmarken zu entwerten und einen anderen als Kassastempel um Einzahlungskarten oder Blanketten zu stempeln u.s.w. Das Standort Liberia oder Monrovia hervorgeht nicht vom Feldpoststempel aus. Nur FPO SWEBN - POSTEN

 

Was Offenzeiten betrifft so sind sie ziemlich flexibel. Am 9 bis11 und 15-17, samstags und mittwochs nur 9-11. sonntags geschlossen. Aber das Postpersonal passt sich zu den Aufgaben der Kompanie an und öffnet wann es erforderlich ist.

 

Die Schweden wohnen in einem Camp außer Monrovia, gerade an der Atlantik-Küste. Det är en gammal hotellanläggning byggd på 70-talet till en Afrikakonferens. Das Feldpostamt ist in einem Bungalow eingerichtet, aber das Personal wohnt im Zelt mit Kühlanlage. Dock håller man på att bygga nya bostadscontainrar med tanke på att Sverige sannolikt kommer att ha soldater kvar i Liberia minst ett år till. Campen hat eigener Wasser und Strom-Versorgung und befindet sich in guter Zustand.

 

Summary in English:

Sweden has at present a peace-keeping contingent in Unmil, United Nations Mission in Liberia.
The contingent that is a Quick Reaction Force consists of 231 soldiers including the field post personnel and is included in the Irish battalion, with totally 800 soldiers. The Swedish Field Post Office has two officers, a field post manager and a field post cashier. The post office is open 6 days a week and gives payment services as well as normal postal service. The soldiers get 5 military covers with reply stamp (type M13) per month and 20 free mail letters. All postage up to 100 g is paid at domestic rate for Sweden, exceeding this weight they have to pay to the rate of foreign countries. Military reply stamps are valid for air mail letters -priority up to 100 g weight. Currency used at the post office is USD and SEK. A letter from Liberia to Sweden takes about 2-5 days with the field post service and 11-14 days with the Liberian postal service by air mail depending on which day of the week it is sent. Packages can be sent to and from Liberia through the field post office using the military supply system. UN free mail letters goes through the Swedish mail bag to Stockholm-Arlanda and are stamped FPO SWEBN Port Payé (postage paid). It has happened that the Swedish Field Post Office has been assisting the Irish soldiers who are using DHL pouch for their mail bundles to Ireland.

 

Sommaire en français

La Suède a actuellement un contingent de maintien de la paix dans Unmil, mission des Nations Unies au Libéria. Le contingent qui est une force réaction rapide QRF se compose de 231 soldats comprenant les postiers de champ et est incluse dans le bataillon irlandais, avec totalement 800 soldats. Le bureau de poste suédoise de champ a deux officiers, un chef de post de champ et un caissier de post de champ. Le bureau de poste a ouvert 6 jours par semaine et donne des services de paiement aussi bien que le service postal normal. Les soldats obtiennent 5 couvertures militaires avec le timbre de réponse (type Yvert M 7) par mois et 20 aérogrammes franchise ONU (UN Freemail airletters). Tout l'affranchissement jusqu'à 100 g est payé au taux domestique pour la Suède, excédant ce poids qu'ils doivent payer au taux de pays étrangers. Les timbres de réponse militaires sont valides pour les lettres de la poste aérienne - priorité jusqu'à 100 grammes de poids. La devise utilisée à la poste est des dollars USD et les couronnes SEK. Une lettre du Libéria vers la Suède prend environ 2-5 jours avec le service de poste de champ et 11-14 jours avec le service postal libérien par poste aérienne suivant le jour de la semaine il est envoyé. Des paquets peuvent être envoyés à et du Libéria par la poste de champ en utilisant le circuit d'alimentation militaire (train des équipages). Les lettres en franchise militaire de l'ONU passe par le sac suédois de courrier à Stockholm-Arlanda et sont cachetées FPO SWEBN Port Payé (affranchissement payé). Il s'est produit que la poste suédoise de champ avait aidé les soldats irlandais qui emploient la poche de DHL pour leurs paquets de courrier en Irlande.